Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.

Simone Janson

Von: Simone Janson
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Medien & Web 2.0

Web 2.0 – was ist das eigentlich?

Seit 2005 macht ein neues Verständnis von Internet von sich reden: Das Web 2.0. Während Das World Wide Web anfänglich v.a. aus statischen HTML-Seiten bestand, für längere Zeit unverändert ins Netz gestellt, ist das Web 2.0 dynamischer: Sites werden hier aktiv und ständig neu bearbeitet – und zwar auch von mehreren Menschen. Dazu wurden Content-Management-Systeme und aus Datenbanken gespeiste Systeme entwickelt, die während der Laufzeit dynamische Inhalte von Seiten austauschen oder neue Inhalte einzusetzen helfen.

Der Begriff „Web 2.0“ bezieht sich allerdings weniger auf spezifische Technologien oder Innovationen, sondern primär auf eine veränderte Nutzung und Wahrnehmung des Internet. Denn: Sie als Benutzer erstellen und bearbeiten Inhalte nun in entscheidendem Maße selbst, statt die von von großen Medienunternehmen zentral erstellten Informationen nur zu konsumieren. Außerdem kommunizieren Sie im Web 2.0 ständig mit einer Vielzahl von Menschen, die sich mit Hilfe sozialer Software zusätzlich untereinander vernetzen. Das bedeutet also: Im Web 2.0. werden Sie selbst aktiv. Und dazu gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, von denen wir in dieser Serie die Wichtigsten vorstellen wollen.

Simone Janson

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Medien & Web 2.0

Was ist eigentlich Bloggen?

Ein Weblog (nach engl. World Wide Web und Log für Logbuch), abgekürzt oft auch als Blog bezeichnet, ist von der Grundidee her ein auf einer Webseite geführtes und damit öffentlich einsehbares Tagebuch oder Journal. Häufig ist ein Blog „endlos”, d. h. eine lange, abwärts chronologisch sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umbrochen wird. Einieg Blogs enthalten jedoch auch statische Sites oder ähneln mehr einem Informationsportal. Die Seiten lassen sich wie in einem Buch umblättern und sind nach Kategorien, Datum und oft auch nach Tags (Stichworten) sortiert. Aber die Texte werden von den Lesern nicht einfach nur konsumiert, sondern die können auch mittels Kommentarfunktion zu einem Beitrag abliefern. Dadurch entstehen auf viele Blogs rege Diskussionen, so dass manche Blogs Internetforen ähneln. Auf diese Weise findet eine rege Kommunikation der Blogs untereinander statt, denn die Blogger verlinken sich auch gerne untereinander, z.B. auch durch Social-Bookmarkins wie del.icio.us, wodurch der Bekanntheitsgrad eines Blogs rapide steigen kann.

Ein Blog wird in der Regel zu einem speziellen Thema geführt, etwa Jobblogs, die sich mit Karriere, Job und Personalwesen auseinandersetzen oder Litblogs, die Quellen, Kommentare, Empfehlungen und Interpretationen literarischer Texte liefern. Viele Blogs werden von Privatleuten als Personalblogs geführt und geben deren persönliche Weltsicht wieder. Andere bieten als Knowledge-Blogs umfassende Informationen zu einem Thema. Zunehmend entdecken aber auch Unternehmen Blogs als mittel des Marketings und rufen Corporate Blogs, offizielle Firmenblogs, ins Leben. Vor allem Journalisten oder auch andere Personen, die mit dem Medienbetrieb zu tun haben, setzen sich auf sogeannten Watchblogs kritisch mit einzelnen Unternehmen, Organisationen oder Medien auseinander. Durch diese kritische Auseinandersetzung haben Blogs mittlerweile eingen gesellschaftlich relevanten Status erreicht und stoßen öfter Diskussionen an, die dann von etablierten Medien auch aufgegriffen werden. Eine spezielle Form des Blogs ist der Vlog (Kurzform von Video-Blog): Hierbei werden statt Texten Videos gepostet. Blogs können Sie mit speziellen Suchmaschinen im Intenet aufspüren: Zu den bekanntesten gehören hier Google Blogsuche, Technorati, Icerocket, Feedster, Blogpulse, Sphere, Bloglines, Blogdigger und Topix. Einen Überblick über die meistverlinkten deutsch Blogs geben die Deutschen Blogcharts unter www.deutscheblogcharts.de/.
Unter www.top100-business-blogs.de finden Sie die hundert besten Business-Bloggs. Und unter www.metaroll.de/ können Sie eine Auswertung von Blogbeiträgen einsehen.
Einen Weblog zu führen ist dank mit der passenden Weblog-Software recht einfach: Kostenlose Weblog-Software können Sie auf einem eigenen Webspace installieren oder als Dienst bei kostenlosen oder kostenpflichtigen Anbietern buchen. Zu den bekanntesten Systemen zur Selbstinstallation gehören die Systeme Serendipity, WordPress, Movable Type und Textpattern, welche meist auf einer PHP-MySQL-Lösung basieren. Blogdienst-Anbieter im deutschsprachigen Raum sind z.B. Livejournal, Twoday.net oder Blogger.de. Die dabei verwendeten Weblog-Publishing-Systeme sind einfache Content-Management-Systeme, die das Einfügen neuer Inhalte sowie die Veränderung bestehender Inhalte auch für Nutzer ermöglichen, die über keine oder nur geringe Kenntnisse im Webdesign verfügen. Die gestalterische Anpassung an die persönlichen Vorlieben des Nutzers lässt sich bei vielen Weblogs mit Hilfe von Templates vornehmen. Doch auch wenn es technisch einfach ist, einen Blog zu führen: Ein Blog wird nur dann auch erfolgreich sein, wenn der Inhalt für Leser interessant ist. Und gute Texte zu verfassen, kostet eben auch Zeit.

Simone Janson

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Gesellschaft & Zukunft

Was sind eigentlich Podcasts?

Es gibt Web 2.0 Inhalte aber nicht nur in Schriftform, sondern auch als Audodateien. Diese werden dann als Podcast (aus  iPod und Broadcasting) bezeichnet. Ein einzelner Podcast (deutsch: ein Hörstück, genauer Hördatei oder Bewegtbilddatei) ist eine Serie von Medienbeiträgen (Episoden), die über einen RSS-Feed automatisch bezogen werden können. Dazu erstellen Podcaster diese Medien-Dateien und stellen sie anschließend mittels eines „Newsfeeds” auf einem Server im Internet bereit. Sie können diese dann mit einem sogenannten Feed mit einer speziellen Software, sogenannten Podcatchern oder Podcasting-Clients „abonnieren”.  Viele Podcasting-Clients bieten die Möglichkeit, regelmäßig die abonnierten Podcast-Feeds zusammenzustellen, regelmäßig zu aktualisieren und automatisch herunter zu laden.

Die Mediendatei eines Podcast kann beliebige Inhalte haben, beispielsweise Mitschnitte von Radio-Sendungen, Interviews, automatisch vorgelesene Zeitungsartikel, Musiksendungen, etc. Die einzelnen Beiträge eines Podcasts heißen gewöhnlich Episoden, obwohl teilweise der Begriff Podcast auch auf eine einzelne dieser so verbreiteten Dateien angewendet wird. Podcasts findet man u.a. häufig in Weblogs. Daneben gibt es Bücher, die exklusiv nur als Podcast, d. h. als Hörbuch im Podcast-Format, erscheinen sind, so genannte Podiobooks. Es existieren mittlerweile jedoch große Verzeichnisse und Portale im Internet mit Listen solcher Links zu den unterschiedlichsten Themen, etwa suche.podcast.de/ oder podster.de/.

Sie können auch jedereit selbst einen Podcast veröffentlichen: Der Aufwand ist gering, Sie brauchennur einem PC mit Soundkarte, ein Aufnahmegeät oder ein Mikrofon, sowie Internetanschluss und Webspace, etwa beim Podcasting-Hoster podhost.de oder www.loudblog.com. Mit Hilfe eines Audioschnittprogrammes z. B. dem freien Audioeditor Audiacity oder Ardour können sowohl Aufnahmen direkt am PC gemacht werden, als auch einzelne Bausteine (Sprache, Geräusche, Musik) zu einem Beitrag zusammengeschnitten werden. Eine spoezielle Genehmigung wie beim Betrieb eines Internetradios ist nicht nötig.

Simone Janson

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Gesellschaft & Zukunft

Radio, TV- und Videoangebote im Internet

Im Prinzip sind Podcasts nichts anderes, Radio- oder Fernsehsendungen, die Sie ganz unabhängig von Sendezeiten konsumieren können. Im Gegensatz zu kostenpflichtigen Audio- und Video-on-Demand-Angeboten (Anbieter hier sind etwa Videoload oder Maxdome) sind diese jedoch kostenlos und werden regelmäßig aktualisiert.

Podcast sind daher auch zu unterscheiden von den Angeboten, die viele Radio- und TV-Sender im Internet machen: Diese stellen ganze Sendungen oder Ausschnitte davon kostenlos oder kostenpflichtig ins Internet. Auf diese Weise können User auch auserhalb der Reichweite eines Radiosenders das Programm hören oder Folgen einer verpassten TV-Serie schauen. Aufgrund der Nutzung dieses Radio- und TV-Angebots von öffentlich-rechtlichen Sendern wird seit 2007 eine Rundfunkgebühr von 5,52 Euro auch für internetpflichtige PC’s fällig, die jedoch rechtlich nicht unumstritten ist. Links zum Radio- und TV-Angebot finden Sie unter www.dmoz.org/World/Deutsch/Medien/Fernsehen/Internet-TV/ und www.dmoz.org/World/Deutsch/Medien/Radio/Sender/.

Simone Janson

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Gesellschaft & Zukunft

Medien mit anderen Usern tauschen!

Neben dem Podcasting gibt es noch andere Möglichkeiten, Medieninhalte an andere User zu übermitteln: Auf speziellen Foto- und Videoportalen können Sie Bilder, Filme und auch Audiodateien hochladen, anderen Usern freigeben und oft auch die Medien anderer User herunterladen. Gleichzeitig können Sie gelungene Bilder und Videos für alle sichtbar kommentieren.

Bekanntestes Web 2.0-Beispiel dafür ist www.flickr.com/. Hier können User digitale Bilder hochladen mit Notizen versehen und diese dannanderen Nutzern zur Verfügung zu stellen, indem Sie die Daten freigeben. Sie können die Bilder aber auch nicht freigeben und flickr.com einfach als Online-Datenspeicher benutzen. Übrigens: Neben dem herkömmlichen Upload über die Website können die Bilder auch per E-Mail oder vom Fotohandy aus übertragen werden und später von anderen Webauftritten aus verlinkt werden. Für die Blogsoftware WordPress gibt es spzielle Plugins, die die einfach Einbindung von Flickr-Bildern erlauben. Es gibt viele weitere Portale, die ähnlich wie Flickr den austausch von Bildern ermöglichen.

Ähnlich funktioniert das mittlerweile von Google übernommene Video-Portal de.youtube.com/. Benutzer können auf die Internetpräsenz Film- und Fernsehausschnitte, Musikvideos sowie selbstgedrehte Filme hochladen. Sogenannte „Video-Feeds” können in Blogs gepostet, oder auch einfach auf Webseiten über eine Programmierschnittstelle (API) eingebunden werden. Die Videos lassen sich online als Stream im Webbrowser betrachten. Hierfür ist die Installation des für alle gängigen Browser kostenlos verfügbaren Adobe-Flash-Plugins erforderlich. Herunterladen können Sie die Videos hingegen nur mit Hilfe spezieller Software, z.B. des Firefox-Plugins Fast Video Download.

Etwas anders funktionieren zahlreiche Filesharing-Angebote (deutsch “Dateifreigabe” oder “gemeinsamer Dateizugriff”, wörtlich “Dateien teilen”). Filesharing ist das direkte Weitergeben von Dateien zwischen Benutzern des Internets unter Verwendung eines Peer-to-Peer-Netzwerks. Jeder Teilnehmer kann Dateien auf seinem Rechner freigeben und anderen zum Kopieren zur Verfügung stellen, Normalerweise kopiert man Daten von fremden Rechnern (Download), während man gleichzeitig andere Daten versendet (Upload). Um auf solche Netzwerke zugreifen zu können, braucht man spezielle Computerprogramme. Allerdings werden die meisten dieser Daten hier illegal und gegen das geltende Urheberrecht getauscht, weswegen gegen viele Filesharer in der Vergangenheit polizeilich vorgegangen wurde. Mehr zum Thema unter de.wikipedia.org/wiki/File_Sharing-

Achtung Urheberrecht

Wann immer Sie Daten mit anderen Usern teilen oder von anderen herunterladen: Korrekt ist es nur, Daten weiterzugeben, an denen Sie selbst die Urheberrechte haben (also z.B. eigene Bilder oder selbst erstellte Podcasts) oder die lizensfrei sind (in manchen Bilddatenbanken können Sie sogar Bilder finden, die Sie für den kommerziellen Einsatz kostenlos nutzen können). Aber schon, wenn auf dem von Ihnen weitergebenen Bild eine andere Person zu sehen ist oder wenn Sie in einem Podcast ein kurzes, aber urheberrechtlich geschützes Stück verwenden, kann es schwierig werden. Dafür brauchen Sie natürlich eine Genehmigung der jeweiligen Rechteinhaber. Und natürlich sollten Sie solche urheberrechtlich geschützten Daten auch nicht einfach herunterladen, wenn Sie vermuten, dass dies illegal geschieht. Davon abgesehen, dass Sie sich auf diese Weise auch schnell einen Virus einfangen können.

Simone Janson

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Medien & Web 2.0

Und was ist Web 3.0?

Die Zukunft hat bereits begonnen: An der Fortentwicklung des Web 2.0 wird bereits gearbeitet. Und diese heißt Web 3.0 oder Semantisches Web. Ziel des Semantischen Web ist es, die Bedeutung eines Wortes in maschinenlesbaren Daten formal festzulegen. Informationen sollen dadurch nicht nur von Menschen verstanden werden können, sondern auch von Maschinen interpretiert und weiterverarbeitet werden können. Informationen sollen maschinell ausgelesen werden können, beispielsweise der Sachverhalt, dies ist ein Vorname, ein Nachname, ein Autor, ein Buchtitel, der Name einer Stadt oder eines Unternehmens. Umgangssprachlich wird das Konzept als das “Internet der Dinge” bezeichnet. Dadurch wird das Auffinden von relevanten Informationen noch einfacher sein.