Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Karriere & Erfolg » Management, Motivation, Strategie » Serie zum Thema Krise:
An diesen Warnsignalen erkennen Sie eine Krise

„Wir müssen uns trennen“ – Spätestens wenn Sie diesen Satz von Ihrem Chef oder Ihrer Chefin hören, ist die Krise da. Dann ist es meist zu spät für Konflikt- und Krisengespräche. Was dann interessiert, sind nur noch die Einzelheiten der Trennung.

Auch wenn Sie auf der Verstandesebene in diesem Moment völlig überrascht sind – im Nachhinein betrachtet, haben Sie emotional schon länger gespürt, daß etwas nicht in Ordnung ist. Wenn man auch selbst oft nicht sehen möchte, dass sich eine Krise ankündigt: Meist gibt es erste Anzeichen dafür.

Je eher man sich damit auseinandersetzt, dass etwas nicht in Ordnung ist, um so größer ist die Chance, als aktiv handelnde Person die Situation mitbestimmen zu können und nicht in die Rolle des Opfers zu geraten, das am Ende gehen muß.

Rechtzeitig gegensteuern

Sich in einer Krise zu befinden, bedeutet meist, in einem Konflikt zu stecken – oder in mehreren. Denn die Konflikte können auch auf mehreren Ebenen liegen: Beispielsweise eine Angestellte, die nach ihrem mehrjährigen Auslandsaufenthalt mit den deutschen Berufsregeln nicht mehr klar kam, die aber zusätzlich auch unter den internen Strukturen des Unternehmens litt und deren Chefin ihre Führungsaufgabe nicht richtig wahrnahm.

Je eher Sie merken, dass es im Job heikel für Sie wird, umso eher können Sie gegensteuern. Und um so besser ist die Chance, dass es sich noch um einen, relativ abgegrenzten und wahrscheinlich leicht lösbaren Konflikt handelt und dass sich noch nicht wie im Fall von Birgit Riethmüller bereits ein ganzes Konfliktnetz gesponnen hat, das nur noch unter größten Schwierigkeiten zu entwirren ist.

Achten Sie auf die Zeichen!

Es gilt also, sich anbahnende mögliche Krisen so früh wie möglich zu erkennen. Das ist aus zwei Gründen schwierig. Zum einen fällt es uns schwer, weil das genaue Hinschauen auf etwas, das im Job nicht in Ordnung ist, mit starken unangenehmen Gefühlen und bei vielen sicher auch mit Existenzangst verbunden ist.

Zum anderen gibt es für eine Krise keine hundertprozentig eindeutigen Zeichen. Was Sie aber tun können, ist soviel Informationen über die Situation und über sich selbst zu sammeln wie möglich und sich daraus ein möglichst genaues Bild zu machen. Denn Menschen aus Ihrem beruflichen Umfeld werden Ihnen wahrscheinlich nicht offen und deutlich sagen, dass Sie ein Problem mit Ihnen haben. Natürlich wäre es die Aufgabe von Führungskräften, Probleme anzusprechen.

Aber nicht immer nehmen Führungskräfte ihre Aufgabe wahr. Konflikt- und Krisengespräche sind auch für Führungskräfte unangenehm. Zum Teil mangelt es an Zeit, zum Teil an Mut, zum Teil an Schulung – und sehr oft liegt es an einer Kombination verschiedener Faktoren. Es hilft deshalb nichts: Sie müssen die Verantwortung für sich übernehmen und selbst aktiv werden. Das bedeutet, Sie müssen aufmerksam darüber wachen, ob sich die Anzeichen für Konflikte und Krisen mehren.

Isabel Nitzsche
Autor: Isabel Nitzsche

Isabel Nitzsche ist Absolventin der Deutschen Journalistenschule. Sie arbeitet fürs Fernsehen und für Zeitschriften sowie als Trainerin und Coach, außerdem ist sie Autorin mehrerer erfolgreicher Sachbücher (u.a. Spielregeln im Job. Wie Frauen sie durchschauen und sie für sich nutzen und Praxisbuch Konfliktlösung: Konstruktiv und selbstbewusst im Umgang mit Kunden, Kollegen und Geschäftspartnern) und hat sich auf die Themen Job und Karriere spezialisiert, zu denen sie auch Workshops anbietet.

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