Auch wenn Sie auf der Verstandesebene in diesem Moment völlig überrascht sind – im Nachhinein betrachtet, haben Sie emotional schon länger gespürt, daß etwas nicht in Ordnung ist. Wenn man auch selbst oft nicht sehen möchte, dass sich eine Krise ankündigt: Meist gibt es erste Anzeichen dafür.
Je eher man sich damit auseinandersetzt, dass etwas nicht in Ordnung ist, um so größer ist die Chance, als aktiv handelnde Person die Situation mitbestimmen zu können und nicht in die Rolle des Opfers zu geraten, das am Ende gehen muß.
Rechtzeitig gegensteuern
Sich in einer Krise zu befinden, bedeutet meist, in einem Konflikt zu stecken – oder in mehreren. Denn die Konflikte können auch auf mehreren Ebenen liegen: Beispielsweise eine Angestellte, die nach ihrem mehrjährigen Auslandsaufenthalt mit den deutschen Berufsregeln nicht mehr klar kam, die aber zusätzlich auch unter den internen Strukturen des Unternehmens litt und deren Chefin ihre Führungsaufgabe nicht richtig wahrnahm.
Je eher Sie merken, dass es im Job heikel für Sie wird, umso eher können Sie gegensteuern. Und um so besser ist die Chance, dass es sich noch um einen, relativ abgegrenzten und wahrscheinlich leicht lösbaren Konflikt handelt und dass sich noch nicht wie im Fall von Birgit Riethmüller bereits ein ganzes Konfliktnetz gesponnen hat, das nur noch unter größten Schwierigkeiten zu entwirren ist.
Achten Sie auf die Zeichen!
Es gilt also, sich anbahnende mögliche Krisen so früh wie möglich zu erkennen. Das ist aus zwei Gründen schwierig. Zum einen fällt es uns schwer, weil das genaue Hinschauen auf etwas, das im Job nicht in Ordnung ist, mit starken unangenehmen Gefühlen und bei vielen sicher auch mit Existenzangst verbunden ist.
Zum anderen gibt es für eine Krise keine hundertprozentig eindeutigen Zeichen. Was Sie aber tun können, ist soviel Informationen über die Situation und über sich selbst zu sammeln wie möglich und sich daraus ein möglichst genaues Bild zu machen. Denn Menschen aus Ihrem beruflichen Umfeld werden Ihnen wahrscheinlich nicht offen und deutlich sagen, dass Sie ein Problem mit Ihnen haben. Natürlich wäre es die Aufgabe von Führungskräften, Probleme anzusprechen.
Aber nicht immer nehmen Führungskräfte ihre Aufgabe wahr. Konflikt- und Krisengespräche sind auch für Führungskräfte unangenehm. Zum Teil mangelt es an Zeit, zum Teil an Mut, zum Teil an Schulung – und sehr oft liegt es an einer Kombination verschiedener Faktoren. Es hilft deshalb nichts: Sie müssen die Verantwortung für sich übernehmen und selbst aktiv werden. Das bedeutet, Sie müssen aufmerksam darüber wachen, ob sich die Anzeichen für Konflikte und Krisen mehren.
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