Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Karriere & Erfolg » Management, Motivation, Strategie » Die Lüge vom Karrierefaktor Intelligenz:
Erfolg aus Dummheit?

dummheit
Gerne wird erzählt, zum Erfolg gehören gute Ideen und eine kluge Strategie – also etwas, das eine gewisse Intelligenz voraussetzt. Alles Quatsch. Mein persönlicher Eindruck: Erfolg haben vor allem die Dummen – denn “Dreist-ist-Geil”. 5 Thesen – Diskussion erbeten.


Zu viel Intelligenz schadet nur

Eigentlich stammt die These von einem guten Freund, mit dem ich mich vor einiger Zeit über ein paar alte Bekannte unterhielt – hochintelligent, aber war das Thema Karriere angeht eindeutig auf dem Holzweg. Der Grund, so mein Freund: Intelligente Menschen sind selbskritischer – und Selbstkritik steht dem Erfolg im Wege!

Eine Bestätigung dieser These lieferte diese Woche Jochen Mai: In seinem Beitrag Snakeoil (was immer das in diesem Zusammenhang heißen soll, eine Erklärung gibts nicht!) gibt er Tipps, wie man es zu Ansehen und Ruhm bringt (auch mir war nicht ganz klar, was davon Ironie und was Absicht ist!) Ein Tipp: Möglichst vehemment sein – egal ob man falsch liegt oder nicht. Denn je bestimmter man auftritt, desto mehr glauben die Leute. Ich befürchte da ist mehr wahres dran, als man auf den ersten Blick glauben mag. Aber: Irgendetwas vehemment rüberzubringen, was falsch ist – das schaffen m.E. nur Leute, die sich selbst nicht hinterfragen. Und auch über eigene Fehler nachdenken und irgendwas behaupten, um aufzufallen: Das können dümmere Menschen eigentlich besser!

Intelligente Menschen sind kritischer

Häufig stören intelligente Menschen auch die Abläufe in Unternehmen: Sie sind nicht nur mit sich selbst, sondern mit anderen überaus kritisch, hinterfragen Arbeitsabläufe, können sich schlecht anpassen, Legen den Finger auf Wunden. Dadurch machen sie die Chefs nervös, ja sie könnten sogar die Kollegen aufwiegeln. Also besser gleich feuern! Oder ist aufwieglerisches Verhalten wieder nur ein Zeichen von Dummheit – wie Corinne Maier in “Die Entdeckung der Faulheit” attestiert, weil man es sich doch besser schön bequem macht? Gestern las ich mal wieder in einem Karriereratgeber, dass gerade Frauen gut daran täten, sich den Spielregeln anzupassen und immer brav den Chef zu umschleimen. Gute Leute, die brav die Klappe halten, statt ihre Meinung zu sagen: Leider viel zu oft üblich und m.E. Innovationskiller Nr1.

Wer nicht arbeitet, hat mehr Zeit zum Nachdenken

Mit dieser These wurde ich kürzlich auf einer Veranstaltung konfrontiert. Und sie stimmt sogar: Wenn man tagaus, tagein in seinem Job malocht, kommt man einfach nicht mehr dazu, das eigene Handeln zu Hinterfragen. Manchmal ist das vielleicht sogar ganz gut so – aber manchmal würde etwas (Selbst)Kritik nicht schaden. In “Die Kunst, weniger zu Arbeiten” beschreiben die Autoren auch wie Arbeit historisch als Manipulationsfaktur eingesetzt wurde – sehr interessant. Der Denkfehler bei der These: Nicht alle Hartz-IV-Empfänger sind intellektuelle Leuchten.

Intelligente Leute durchschauen die Spielchen…

…und haben einfach keine Lust dazu. Vielleicht nicht alle. Aber so mancher wird dann eher zum Existenzalisten. Denn warum soll man sich den ganzen Tag im Hamsterrad drehen, wenn es auch anders geht? An der Stelle hört man nun gerne das Frust-Argument “Das sind Leute, die es nicht geschafft haben!”. Gegenfrage: Was bedeutet eigentlich “Es schaffen?” – weil irgendeinen Kompromiss muss ja jeder machen – oder?

Update:

Der Kreative hat Ideen, der dumme klaut sie ihm und wird erfolgreich

Ein oft in der Geschichte vorkommendes Beispiel: Der First-Mover ist nicht immer der erfolgreichere. Weil sich die meisten Leute erst an neue Ideen gewöhnen müssen, werden gute Ideen meist ziemlich oft misstrauisch beäugt und belächelt. Manche gute Idee ist auch noch nicht ganz ausgereift! Pech für den First-Mover, wenn dann der Second-Mover einfach die Idee übernimmt, verbessert- und damit erfolgreich wird. Der kreativ-erfolgreiche hat das Nachsehen, der Dumme den Erfolg!

Das stelle ich jetzt mal bewusst als Thesen in den Raum – und freue mich auf eine angeregte Diskussion!

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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Website: http://www.simone-janson.de

14 Kommentare

  1. Jeder kennt sicher so eine Oberpfeife, die viel zu sagen hat, die Ellenbogen effektiv einsetzt, gut delegieren kann (sehr wichtig!), (…), aber eigentlich grade mal bis 3 zählen kann.

    Die Frage “Was machst Du hier eigentlich?” oder “Was soll der Quatsch?” stellen sich sicher viele, zumindest zu Anfang in einem Job.
    Da es darauf aber keine vernünftige Antwort oder Lösung gibt,
    ist es besser nicht mehr darüber nachzudenken.
    Denn Grübeln bringt nichts und verdirbt die Laune.

    Wer zu viel grübelt hat eh verloren.
    Was kann alles bei dem Projekt X schiefgehen, oh je.
    Beim Dumm-Dreiste läuft das anders;
    wenn was schief geht, dafür sorgen das andere die Schuld haben,
    zumindest die überwiegende.
    (wehe einer widerspricht)

    Also ein bischen A-Loch sein hilft.
    Die Kunst ist, kein großes zu werden.

  2. Simone Janson

    Rick: Keine schlechte Einstellung. Denke, den letzgenannten Tipp zu beherzigen ist das schwierigste… die Grenzen verschwimmen leider schnell :-)

  3. Hallo Frau Janson,

    erstmal ein herzliches Dankeschön für diesen, wie ich finde, hervorragenden Artikel! Sie sprechen hier genau das aus, was mich gerade heute auch beschäftigte, denn ich stellte fest, dass von all meinen Freunden und Bekannten ausgerechnet diejenigen, die meiner Meinung nach höchst intelligent sind, beruflich “nicht so gut da stehen”, im üblichen Sinne der Wortes also nicht gerade “erfolgreich” (bin selbst auf Jobsuche und wie es scheint, denke ich auch zu viel nach und analysiere und reflektiere so viel, dass ich mir anscheinend selbst Hürden in den Vorstellungsgesprächen baue… denn ich kann einfach nicht 1:1 das umsetzen, was ich in den ganzen Bewerbungsratgebern alles finde (jetzt abgesehen von all den Widersprüchlichkeiten, die man in so unterschiedlichen solcher “Werke” findet); mir kommt es vor, dass die meisten von dir genau diese Anpassungsfähigkeit verlangen, die Sie auch erwähnen… so eine Art Marionetten-Dasein, wie ich finde; mir fehlt scheint irgendwie, dass gerade Authentizität und Reflexivität wirklich nicht so hoch auf Kurs sind (es ist jedoch meine ganze persönliche Meinung); eine Bekannte von mir setzte hingegen alles genauestens um, was sie im einzigen Ratgeber fand, den sie durchblätterte, und ergatterte schon beim ersten Vorstellungsgespräch einen Job. Soviel von mir zum Aspekt “Hinterfragen”, also ich kann Ihnen nur beistimmen.

    Andererseits kommt es vielleicht auch auf das ganz persönliche Verständnis von Erfolg an: Es mag ja sein dass intelligente Menschen sich in einer kritischen Haltung gerade vom herkömmlichen Begriff von Erfolg distanzieren… so dass sie viel mehr Wert auf den Sinn ihrer Beschäftigung legen, darauf, dass sie tatsächlich Tätigkeiten ausführen, die sie persönlich erfüllen und sich auch gut mit ihrem Lebensziel vereinbaren lassen… wenn auch diese materiell gar nicht so gut entlohnt werden… also aus intrinsicher Motivation heraus arbeiten gehen, und nicht unbedingt für den Status und das damit verbundene Ansehen.

    Aber im Prinzip stimme ich Ihnen zu… auch wenn ein Kritiker gerade zum Punkt 1 auch erwidern könnte, dass mit einer gesunden Dosis Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen sich auch die Selbstkritik zügeln ließe, die einem auf dem Erfolgsweg hinderlich sein mag… ich verstehe ganz gut, wovon Sie hier reden.

    • Simone Janson

      Hallo Christina,
      danke für Ihren Erfahrungsbericht und für das Lob:-)
      Das mit der Anpassung war auch mein Problem, wobei ich dank entsprechender Vorerfahrung im Studium recht schnell einen Job hatte – es passte dann nur einfach menschlich nicht.
      Daher halte ich wenig davon, sich im Vorstellungssgespräch zu verbiegen, es sei denn, man hält das dann auf Dauer durch… Ich habe mich aus der Erfahrung heraus Selbständig gemacht, ist aber auch kein Allheilmittel. Man muss sich halt immer überlegen, was das eigene Ziel ist und welchen Stress/welche Kompromisse man dafür bereit ist einzugehen. Anpassung ist vermutlich der einfachere Weg, seinen eigenen Weg zu gehen erfordert Mut, weil man sich eigentlich an niemand anderem orientieren darf und kann. Daher sollten auch sämtliche Ratschläge und -geber, die manche Leute ja so unglaublich gerne geben, nur als Hinweise verstanden werden. Nur leider ist der Mensch dann doch gerne ein Herdentier :-)
      Wie Sie schon richtig sagen: Auf das Selbsbewusstsein kommt es an. Einerseits, um sich auch von Fehlschlägen nicht unterkriegen zu lassen und weiterzumachen, bis man den passenden Arbeitgeber gefunden hat (ich kenne da leider auch ein paar Beispiele, die sich mehr und mehr aufs frustriere Rummotzen verlegen, was natürlich kontraproduktiv ist) und andererseits um sich auch zu verkaufen. Denn mit guten Argumenten und entsprechende Erfahrungen/Leistungen kann man vielleicht auch mit etwas punkten. Da liegt dann als Berufseinsteiger der eigentliche Knackpunkt – neben der Tatsache, dass es manchmal auch menschlich nicht passt.
      Ich muss gestehen: Wenn ich jetzt einen Mitarbeiter suchte, würde ich auch jemanden nehmen, der die Dinge möglichst so macht wie ich meine, allein schon um Zeit zu sparen.

      Was mich aber auch nervt, ist, dass Unternehmen zwar einerseits propagieren, kreative, innovative Köpfe zu suchen – in der Praxis dann oft auf bewährte Muster zurückgreifen, was auch damit zusammenhängt, dass kein Personaler einen Fehler machen möchte… genau zum Thema Passung und Authenzität habe ich hier mal einen ehrlichen Beitrag blog.recrutainment.de/ gefunden…
      Ich fände da etwas mehr Ehrlichkeit zu sich selbst und auch den Bewerbern angebrachter!

      Ein zweites Problem ist aber das, was Rick oben angesprochen hat. Die meisten arrangieren sich irgendwie mit den Verhältnissen, was für den Einzelnen auch die beste Lösung sein mag. Nur: Das Sich-Anpassen funktioniert manchmal schneller als man denkt. Und ändern wird sich dadurch vermutlich auch nichts.

      Übrigens: Christina, wenn Sie mögen, können Sie mir einen Erfahrungsbericht/Profil samt Foto, Link und Stellengesuch zur Veröffentlichung schicken – so wie Herr Lenz auf beruf-suchen.de (www.beruf-suchen.de/berufseinstieg/berufsbilder/vom-politikwissenschaftler-zum-social-web-enthusiasten) – vielleicht bringt das ja was…
      Gruß
      Simone Janson

  4. Hallo Frau Janson,

    diesmal möchte ich mich für Ihre so prompte und ausführliche Antwort bedanken (auch auf Ihr Angebot am Ende würde ich ganz gerne eingehen, allerdings möchte ich Sie in dieser Hinsicht eventuell, wenn möglich, eher privat anschreiben).

    Sie sagen ja, Sie würden selbst auch eine(n) Mitarbeiter(in) die/der die Dinge möglichst so macht, wie Sie es gerne hätten, allein schon um Zeit zu sparen… Ihr Argument kann ich sehr gut nachvollziehen, aber ist es nicht eher so, dass dies auch von der Art der Tätigkeit abhängig wäre? Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich problematisch (und auch riskant), in einem Bereich, wo bspw. Kreativität oder kritisch- (selbst)reflexives Denken erforderlich wären, auf Altbewährtes zu setzen, auf Reproduktion des Eigenen, es sei denn, Sie haben kein Interesse an Fortentwicklung, sondern möchten alles möglichst im jetzigen Zustand erhalten. Natürlich sind solche Tätigkeiten immer wieder notwendig und vor allem auch vom Beschäftigungsbereich abhängig, weshalb man das nicht so pauschal formulieren kann, finde ich … Auch ist es mittlerweile bereits vielen Personalverantwortlichen bekannt, dass am effizientesten dort gearbeitet wird, wo verschiedene Persönlichkeiten zusammen kommen.
    Übrigens habe ich den Eindruck, dass es hier nicht wirklich um die Dichotomie Dummheit/ Intelligenz handelt… sondern vielmehr genau um das richtige Selbstbewusstsein sowie die Bereitschaft bzw. Fähigkeit, sich mit sich selbst auseinander zusetzen, sich über seine Ziele sowie auch Grenzen, aber auch Prinzipien und Werte bewusst zu werden (Sie nennen es Mut, den eigenen Weg zu gehen und das sehe ich genauso)… bzw. den Mangel eben daran. Denn richtig „dumm“ können diejenigen, die bestimmte Situationen oder Fähigkeiten zu ihrem beruflichen Vorteil nutzen können, auch nicht sein, oder?… mein Gefühl gerade ist, dass der Erfolg schon sehr von den individuellen Strategien abhängt, mit denen jeder für sich das beste herausholt, sei dies nun durch Anpassung und Kompromisse oder durch gute, überzeugende Argumente und Leistung. Eben, wie gesagt, je nach dem Tätigkeitsprofil und -bereich, aber auch vom Arbeitgeber abhängig. Und bezogen auf die Ehrlichkeit der Firmen, die Sie ja vermissen: ich vermute, da unterliegen die Firmen selbst bestimmten Sachzwängen und es müssen ja betriebswirtschaftliche Rationamente sein, weshalb sie etwas Anderes propagieren als sie tun (Ehrlichkeit zu sich selbst wird wohl nicht immer die Profite steigern)
    Mein Schluss ist, dass es vielleicht langwieriger ist, den eigenen Weg erstmal zu finden, und dann auch zu gehen… aber es ist auf jeden Fall, für mich zumindest, erfolgsversprechender

  5. Simone Janson

    Hallo Christina,
    ich bin dacord mit Ihnen was das kreative Arbeiten angeht. Aber, wie Sie auch richtig sagen: Es kommt auf die Art der Arbeit an. Nicht alle Arbeiten erfordern Kreativität, auch wenn gerne so getan wird. Auch und gerade nicht in sogenannten Kreativberufen.
    Manchmal geht es auch einfach darum, ziemlich stupide Routinearbeiten zu erledigen – bei einem Blog ist etwa Suchmaschinenoptimierung ein gutes Beispiel dafür. Und dafür brauchen Unternehmen dann eben Leuten, die sich an bestehende Arbeitsroutinen anpassen, ohne jeden Arbeitsgang in Frage zu stellen – das hängt auch mit der (technischen) Komplexität zusammen, mit der solche Dinge heutzutage ablaufen: Da kann man mal nicht eben einfach was anders machen, auch wenn vielleicht im ersten Moment besser erscheint, weil damit langwierige Änderungen verknüpft sind. Das merke ich schon bei so einfachen Dingen wie meinem Blog :-)
    Ich kann verstehen, dass Sie mich lieber privat anschreiben wollen, aber dann kann ich Ihnen, schon aus Zeitgründen, leider nicht weiterhelfen. Sorry, einfach begrenzte Resourcen.
    Simone Janson

  6. Hallo Frau Janson,

    ich denke, mit Ihren Thesen liegen Sie richtig.
    Jedoch: Wirklich intelligente Menschen, die es auch tatsächlich zu etwas bringen möchten, erkennen ihre inneren Karrierekiller und arbeiten daran. Das geht dann ja mit Coach, Trainings, Verhaltenstherapien, etc.
    Denn würde dieser Arbeitnehmer weiter in dieser Situation verharren (außer er ist mit seinem beruflichen Leben auf diese Art glücklich), wäre das doch auch nur ein Zeichen von Dummheit.
    Also: emotionale Intelligenz ist gefragt!

    Liebe Grüße

  7. Simone Janson

    Liebe Frau Zils,
    danke für Ihren Kommentar. Sie haben natürlich im Prinzip recht und das ist das, was, gerade auch uns Frauen in diversen Ratgebern immer empfohlen wird: Das eigene Verhalten anpassen.
    Ich wollte allerdings mit meinem etwas plakativen Titel auch zum Nachdenken darüber anregen, dass sich durch ständige Anpassung auch nichts an der Situation ändern wird und dass man, wie Rick schon sagte, dabei unmerklich Gefahr läuft, sich zu sehr anzupassen.
    Gruß
    Simone Janson

  8. Hallo Simone, dass Intelligenz allein überhaupt kein Garant für eine steile Karriere ist – darin stimme ich dir vollkommen zu. Wenn sich dazu nicht der nötige Machtinstinkt gesellt, bringt sie – beruflich gesehen – nicht viel. Das Problem in dem von dir zitierten Blogbeitrag “Snakeoil” liegt mE genau darin, dass er offenlässt, ob er ironisch gemeint ist oder nicht. Auf dem besagten Blog war aber auch schon mal von A- und B-Menschen die Rede, wenn ich mich richtig erinnere…Insgesamt würde ich sagen, dass es vielleicht auch um die Frage geht, wie Kommunikation in der (zukünftigen) Wissensgesellschaft aussehen wird und welche Form der Kommunikation die gewinnbringendere ist: die “weibliche” oder die “männliche”, die auf dem besagten Blog propagiert wird. Oder ein guter Mix aus beidem. In den Seminaren von: www.sheboss.de/ etwa lernt frau, wie vehementes Auftreten etc. geht und funktioniert, damit sie sich in vorwiegend männlich geprägten Machtstrukturen durchsetzen kann. Vielleicht aber wird es in Zukunft auch Seminare für Männer geben, in denen sie lernen, teamorienterter und ich sage einmal “herrschaftsfreier” zu kommunizieren? Ich denke da an einen schönen Artikel in der aktuellen Brandeins über eine Schweizer Firma, in der aus betriebswirtschaftlichen Gründen (!) fast nur noch Frauen arbeiten..

    Liebe Grüße, Meike

  9. Simone Janson

    Hallo Meike,
    danke für den schönen Kommentar. Zunächst freue ich mich, dass bestimmte Blogposts (und zwar ausdrücklich alle von dir genannten) nicht nur mich etwas erschreckt haben :-)
    Den Artikel mit dem Schweizer Unternehmen muss ich nochmal finden… ich bin ja eigentlich kein Freund von solchen “Frauen-machen-alles-besser-Thesen” weil ich auch mit Frauen schon sehr merkwürdige Erlebnisse hatte und ich glaube auch nicht, dass Frauen grundsätzlich nicht auch an Macht interessiert sind (manchmal ist das sogar stressiger, weil es sich viel indirekter äußert).
    Allerdings ist mein Eindruck, dass die Zielsetzung bei Männern und Frauen oft unterschiedlich sind. Frauen geht es dann oft eher um Work-Life-Balance, während Männer keine Probleme damit zu haben scheinen, 12 Stunden im Büro zu sitzen – wahrscheinlich auch weil sie sich stärker über ihre Arbeit definieren und bereit sind, für berufliches Ansehen mehr Zeit zu opfern. Mal davon abgesehen das ich nicht glaube, dass mehr Anwesenheit auch grundsätzlich mehr Produktivität bedeutet – anderes Thema… :-)
    Gelegentlich habe ich auch den Eindruck, Arbeit scheint da mitunter zum reinen Selbstzweck zu werden… Trifft m.E. auch auf die Begeisterung für technische Produkte und Social Media zu: Ich finde so manche Gagets auch ziemlich cool – aber doch immer, weil es mir auch die Verbindung mit Menschen ermöglicht und nicht weil ich die Sache an sich cool finde.
    Was das beides mit der Eingangsthese zu tun hat? M.E. sind das zwei weitere Faktoren, die verhindern, dass sich eher weibliche Sichtweisen wie generalistisches Denken, Berufs- und Privatleben vereien usw. im Berufsalltag durchsetzen…. Und da helfen oberflächliche Karrieretipps wie “Spielen Sie das Spiel halt mit” m.E. nur kurzfristig weiter.

  10. Ja, das habe ich auch bemerkt, dass die Dummen oft Erfolg haben.
    Vielleicht deshalb, weil sie eben dumm sind.
    aber es muss nicht immer der Fall sein.

  11. Punkt 6 fehlt allerdings noch:

    6. Man umgebe sich mit intelligenten Menschen

    Mit einer guten, erfahrenen und intelligenten Truppe braucht man sich keine Gedanken mehr zu machen. Es ist wichtig Mitarbeiter ins Boot zu holen, die eben mit ihrer Intelligenz die Arbeiten verrichten können, die man ihnen aufgibt oder delegiert. Diese erkennen die Fehler, die man aus Dummheit übersieht, besprechen diese untereinander kurzfristig und korrigieren sie von alleine. Nur in seltenen Fällen würden sie damit nochmals zum (dummen) Vorgesetzten gehen, sonst könnte man sie schließlich als unselbstständig bezeichnen. Somit wird hinter dem Rücken des Chefs der oder die dumme/n Fehler beseitigt, verbessert und evtl. zu einem Erfolg gebracht. Der Dumme sieht sich in seiner Arbeitsweise bestätigt und glaubt alles richtig zu machen.
    Doch Vorsicht: Man sollte darauf achten diese selbstständige Arbeit nicht zu sehr anzuerkennen. Weiterhin ist es wichtig sich mit genügend Mitläufer zu umgeben, die einem zu gerne Honig um den Mund schmieren. Diesen kann man nämlich immer erzählen das man selbst diese ganze Leistung und Erfolge gemacht hat und nicht die Intelligenten. Damit verbreitet sich auch der Name mit dem Erfolg.
    Natürlich dürfen die Intelligenten nicht zu intelligent sein, denn sonst würden sie sich nämlich selbstständig machen und zu einer bösen Konkurrenz werden. Am besten sollte man diese Leute mit Arbeit überbelasten, so das sie nicht dazu kommen über ihre Lebenslage zu viel nachzudenken und man kann es dann auch so aussehen lassen als seien sie zu langsam bei der Arbeit.

    “Entscheidungen werden von Leuten mit Zeit getroffen, nicht von Leuten mit Talent, weil sie die Probleme bereinigen müssen, die die Leute mit Zeit angerichtet haben.”

  12. Simone Janson

    Strangerli, das ist eine absolut geniale Ergänzung! Danke, das fehlte wirklich noch!
    PS: Wenn noch jemand findet, dass ein Punkt in der Liste fehlt – nur zu!

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