Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Karriere & Erfolg » Perfektionismus & Psychologie » Nachdenken über Konformismus & Anpassung:
Adorno über die verwaltete Welt

Bei Youtube bin ich gestern eher zufällig auf dieses sehr schöne Video gestoßen, in dem der deutsche Philosoph und Theologe Theodor W. Adorno mit seinen Gedanken über Konformismus und zu starke gesellschaftliche Anpassung äußert. Zeitlos, auf den Punkt gebracht und immer noch absolut zutreffen. Zum Video findet sich folgende Beschreibung:

Die drei Hauptbeobachtungsfelder der Kritischen Theorie sind die Ökonomie, die Entwicklung des Individuums und die Kultur. In einer Kombination marxistischer und psychoanalytischer Perspektiven wird insbesondere die Gesellschaft kritisch betrachtet. Sie wird nicht nur als eine Gesamtheit von Menschen in einer bestimmten Zeit aufgefasst, vielmehr werden gesellschaftlichen „Verhältnisse analysiert, die dem Einzelnen übermächtig gegenüberstehen und den Charakter und die Handlungsmöglichkeiten der Menschen einschränken. Eine besondere Mittlerrolle bei der Stabilisierung von Herrschaft kommt dabei der familiären Sozialisation (Familie als „psychosoziale Agentur), den Massenmedien und der Massenkultur zu.
In der kapitalistischen Gesellschaft trete durch zunehmende Technisierung, wissenschaftlichen Fortschritt und der daraus resultierenden Bürokratie eine Entfremdung ein: die Bedeutung des Individuums gehe verloren. Zwar habe aufklärerische Vernunft das Erlangen von wahren Erkenntnissen über die Welt als das Wesen des Menschen angesehen, doch habe sich diese Vernunft zu einer „instrumentellen und „zweckbestimmten gewandelt. Diese instrumentelle Vernunft betrachte die Welt und die Menschen einzig unter dem Aspekt des Nutzens. Die Beziehungen zwischen den Individuen werden, so die Argumentation, unter Auflösung tradierter Bindungen weitgehend versachlicht und objektiviert. Sie reduzierten sich zunehmend auf bloße Tauschverhältnisse.
Am Ende entsteht demnach eine „total verwaltete Welt, die gegenüber dem Einzelnen umfassende soziale Kontrolle ausübt und Idealismus, Nonkonformismus, Unkonventionalität oder Kreativität – als ihrem Charakter entgegenlaufend – konsequent unterdrückt.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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Website: http://www.simone-janson.de

2 Kommentare

  1. Man will das eigentlich nicht hören ist aber dennoch froh, wieder mal daran erinnert zu werden und sich und sein (fremdgesteuertes?) Handeln zu hinterfragen.

  2. Simone Janson

    Hallo Herr Salwiczek, gerade aber die Tatsache, dass man noch darüber nachdenkt, zeigt ja, dass man noch nicht total angepasst ist. Sonst wäre einem das ja egal.

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