Kommunikationsgeschick spielt in den meisten qualifizierten Jobs heute eine Schlüsselrolle. Das ist zumindest das Ergebnis einer aktuellen Kurzumfrage der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de. Offenbar haben Bewerber und Angestellte bei Ihrem Chef bessere Karten, wenn Sie gut sprechen und schreiben können. Meint zumindest die Jobbörse. Denn 82 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte stimmten der Aussage zu „Wer im Job perfekt kommuniziert, ist klar im Vorteil“.
An der Online-Umfrage nahmen rund 800 Fach- und Führungskräfte Menschen teil. 15 Prozent von ihnen wiesen den Kommunikationsfähigkeiten eine „gewisse Rolle“ zu, die aber im Vergleich zu anderen Kompetenzen „weniger wichtig“ sei. Nur eine kleine Minderheit von 3 Prozent meinte hingegen, diese Fähigkeiten spielten in ihrem Job „keine große Rolle“.
Interessant wäre an dieser Stelle überhaupt noch gewesen, zu wissen, wer genau an der Umfrage teilgenommen hat: Auf der Website von stellenanzeigen.de kann nämlich jeder, wirklich jeder auf die Antworten klicken, ohne Registrierung, völlig anonym. Das ist ja auch völlig in Ordnung. Allerdings ist so auch nicht ersichtlich, warum stellenanzeigen.de das Ergebnis nur den Fach- und Führungskräften zuschreibt (siehe dazu: www.stellenanzeigen.de/artikel/2009/05/19/Gute_Kommunikatoren_machen_Punkte_bei_der_Karriere.htm). Ebenso gut könnte irgendwer darauf geklickt haben.
Aber offenbar ist man bei der Jobbörse sehr kreativ was PR-Meldungen angeht – darauf hat mich Thorsten netterweise aufmerksam gemacht. Denn nach eigenen Angaben gehört stellenanzeigen.de zu den führenden Online-Stellenbörsen für Fach- und Führungskräfte in Deutschland. Das hat man dann einfach zusammengemengt, nach dem Motto: Wenn wir schon die führende Jobbörse für Fach- und Führungskräfte sind, dann nehmen auch noch solche an unseren Umfragen teil. Klingt ja auch gleich viel besser.
Interessant wäre in diesem Zusammenhang außerdem gewesen, nach Branchen zu differenzieren: Wenn z.B. Führungkräfte aus der Kommunikationsbranche befragt wurden, erscheint klar, dass diese die kommunikativen Fähigkeiten für wichtiger halten. Ganz anders könnte es zum Beispiel bei den Ingenieuren aussehen. Und sicherlich hängt die Einschätzung auch davon ab, ob die jeweilige Führungskraft eher ein kommunikativer Typ ist – oder eben nicht.
15. Juli 2009 um 10:26 Uhr
Danke für den Hinweis auf die Umfrage. Die Erkenntnis “Wer im Job perfekt kommuniziert, ist klar im Vorteil” scheint sich mehr und mehr durchzusetzen, wobei es allerdings selten ist, dass alle Kompetenzen in einer Person integriert sind – es gibt ja beispielsweise auch Wissenschaftler, die in der Forschung ganz groß sind, sich jedoch schwer tun, ihre Erkenntnisse dann in der Lehre zu vermitteln, da es eben gerade an Kommunikation und Didaktik hapert. Gleiches gilt wahrschheinlich für viele Führungskräfte, vor allem im eher technischen Bereich. Für alle, die gezielt mit Kommunikation arbeiten, sollte das aber eigentlich eine erfreuliche Nachricht sein – denn dadurch wird Kommunikationsvermögen endlich als eigene Kompetenz gewürdigt und dementsprechend bei Unternehmen nachgefragt. Vor allem für studierte Geistes- und Medienwissenschaftler erschließt sich so ein einzigartiges praktisches Berufsfeld.