„Du bist doch bloß schwanger und nicht krank“, zischt Christina, die Vorgesetzte von Susanne, ihre völlig verdatterte Mitarbeiterin an. „Da denkt ihr jungen Dinger, ihr könnt nicht mehr arbeiten, und das nur, weil ein Baby unterwegs ist“, fuchtelt Christina wild mit den Armen herum. Susanne wollte lediglich das ärztliche Beschäftigungsverbot abgeben und die geplante Elternzeit besprechen. Was war geschehen?

Realität und Wahnsinn
Susanne war in der harten Realität angekommen. Es ist ganz einfach zu verstehen. Sie passte nicht mehr ins Bild ihres Arbeitgebers. Er hatte andere Pläne mit ihr, und nun war sie schwanger – und somit für diesen Betrieb unbrauchbar.
„Ich bin gekündigt, und wenn es mir nicht passt, soll ich klagen.“
Plötzlich gekündigt
Auf mein Anraten blieb Susanne während Mutterschutz und Elternzeit im Kontakt mit dem Unternehmen. Es folgten mehrere Gespräche, in denen sich die Situation zu entspannen schien.
Drei Tage vor Beschäftigungsbeginn – der `erste Geburtstag ihres Kindes nahte – teilte ihr die Chefin mit, dass sie wie abgesprochen zur Arbeit erscheinen könne. Erfreut fuhr sie am vereinbarten Tag zur Firma. Eine Stunde später erhielt ich folgenden Anruf: „Ich bin gekündigt, und wenn es mir nicht passt, soll ich klagen.“
Firmenphilosophie von Morgen?
Man begründete die Kündigung mit „betriebsbedingt“, obwohl jemand anderes eingestellt wurde. Wie Susanne sich wohl gefühlt hat? Bestimmt gehen Ihnen gerade ähnliche Gedanken durch den Kopf wie mir. Welche Firmenphilosophie wird dort gelebt? Mir ist bewusst, die Situation klingt drastisch. Leider hat sie sich so abgespielt.
Meine Meinung dazu
Es ist klar, dass ohne nachfolgende Generationen die Welt ausstirbt. Außerdem werden wir immer älter, und ob wir finanziell und pflegerisch abgesichert sind, ist fraglich. Jedoch ist unumstritten, dass schon heute zu wenig Kinder geboren werden, die all die Lücken schließen sollen
Wer kümmert sich um Sie, wenn Sie alt und gebrechlich sind? Wer bringt zukünftig das Geld in die Unternehmen? Was geschieht bei derartigen Firmenphilosophien? Haben Sie vielleicht positive Beispiele?
Pingback: Holger Froese
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