Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Interview » 3 Manager traditionsreicher deutscher Konzerne über ihren Umgang mit Social Media:
Uwe Knaus, Daimler AG

Uwe Knaus

Daimler, Deutsche Bahn & Bayer – Drei Führungskräfte der traditionsreichsten deutschen Großkonzerne berichten über ihren Umgang mit Social Media – sowohl im Unternehmen als auch ganz privat. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Verzahnung von Beruf & Privatleben. Den Anfang macht Uwe Knaus. Er ist Manager Corporate Blogging & Social Media Strategy bei der Daimler AG verantwortlich für den Daimler-Blog und den Einsatz von Twitter. Er twittert unter twitter.com/uknaus.


“Social Media durchdringt unseren Alltag – den privaten, aber auch den beruflichen. Im Netz wird über Firmen und Produkte gesprochen, neue Technologien werden diskutiert und Produkte werden empfohlen – oder nicht.

Trends frühzeitig erkennen

Social Media Engagement kann helfen, Trends frühzeitig zu erkennen, auf Kritik zu reagieren oder eigene Themen anzustoßen. Und wer könnte Daimler und seine Vielfalt in der Öffentlichkeit besser darstellen als unsere Mitarbeiter?

Mit ihrem Expertenwissen können sie Diskussionen im Internet bereichern oder nützliche Anregungen für Ihre Arbeit finden. Es ist daher in unserem Interesse, ihr Social-Media-Engagement zu fördern.

Alte Gewohnheiten, neue Stammtische

Allerdings stellen wir auch immer wieder fest, dass es im Umgang mit diesen neuen Kommunikationsformen noch einige Unsicherheiten gibt. Um die Mitarbeiter über die Möglichkeiten und Risiken zu informieren, haben wir Hinweise in Form eines Social Media Leitfadens zusammengestellt – bewusst kein neues Regelwerk.

Denn Mitarbeiter benötigen keine zusätzlichen Regeln für Twitter oder Facebook. Man muss ihnen nicht sagen, was sie twittern dürfen und was nicht. Das wissen sie in der Regel ganz gut. Bevor ein Mitarbeiter eine externe E-Mail schreibt, oder in großer Runde am Stammtisch aus dem Nähkästchen plaudert, überlegt er sich ganz genau, was er wem erzählt.

Twitter oder Facebook sind lediglich neue, große Stammtische, die unübersichtlich sind und an denen eben nicht nur Freunde sitzen. Dahingehend klären wir auf. Geltende Rechtsvorschriften, Arbeitsvertrag, sowie bestehende interne Richtlinien setzen darüber hinaus weiterhin verbindliche Grenzen.

So benehmen, dass mir nichts unangenehm sein müsste

Ich selbst nutze Social Media in den letzten drei Jahren relativ intensiv. Dabei stelle ich fest, dass eine Trennung zwischen „beruflich“ und „privat“ zunehmend schwieriger wird. Anfangs deklarierte ich meinen Facebook- und Twitteraccount als privat – XING war für die „dienstliche“ Nutzung vorgesehen.

Inzwischen werde ich auf allen drei Plattformen auch beruflich kontaktiert – und das teilweise rund um die Uhr. Entscheidend ist nicht, wie ich es organisiere, sondern wie es die anderen sehen. Deswegen benehme ich mich auch im Social Web immer so, dass mir weder als Privatperson noch als Daimler-Mitarbeiter etwas unangenehm sein müsste.”

Foto: Eva Kaczor, MISS CREATIVE CLASSY, bei einem Interview 2009.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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Website: http://www.simone-janson.de

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