Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.

Simone Janson

Von: Simone Janson
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Management, Motivation, Strategie

Wenn Diplomatie zum Problem wird:
Besser gleich sagen, was man will!

Eine beliebte Verhandlungstaktik besteht darin, erstmal ein sehr gutes Angebot zu machen, um dem anderen entgegenzukommen. Hat der andere erstmal angebissen und signalisiert Interesse, wird Schritt für Schritt zurückgerudert. Wer glaubt, Kunden fallen darauf rein, bugsiert sich aber langfristig selbst ins Aus.

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Simone Janson

Von: Simone Janson
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Ideenbörse & Marketing

Geile Werbeidee:
Kreative USB-Sticks

Was auf dem Foto ausschaut wie ein knuddeliger Teddy-Bär, der mit seinem Kopf einmal zu tief in den Computer geschaut hat und dabei stecken geblieben ist, ist in wirklichkeit etwas viel Orginelleres: Ein ungewöhnlicher USB-Stick!
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Simone Janson

Von: Simone Janson
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Ideenbörse & Marketing

Die neue Strategie von Brigitte:
Wenn Sparzwänge das Frauenbild in der Gesellschaft verbessern (sollen)

Kein Zweifel: Frauenzeitschriften transportieren oft ein unrealistisches und stark retouchiertes Frauenbild – nicht auf Fotos: So hat mir vor einiger Zeit die Redakteurin einer Frauenzeitschrift mitgeteilt, dass, falls ich mal ein Job- und Karrierethema für sie mache, die Frauen, die ich in meinen Artikeln behandeln soll, nur zwischen 25 und 40 Jahre alt sein und “unheimlich gut aussehen” sollen. Da ist mir glatt die Lust vergangen.

Das neue Konzept von Brigitte

Um so interessanter fand ich nun diese Meldung der Zeitschrift Brigitte (ist nicht die oben genannte Frauenzeitschrift): Ab 2010 werden dort sämtliche Fotostrecken von der Mode über die Beauty bis hin zu Living und Fitness nicht mehr mit Models produziert.

Stattdessen zeigt BRIGITTE ab 2010 in allen Heften und auf allen Online-Sites der BRIGITTE-Gruppe nur noch Frauen, die mitten im Leben stehen, wie Studentinnen, Schauspielerinnen, Buchhändlerinnen, DJanes, Künstlerinnen, Köchinnen, Grafikerinnen, Tänzerin-nen, Unternehmerinnen – Leserinnen.

Abkehr von überholgen Schönheitsidealen

Klingt erstmal Super. Frauenzeitschrift goes Realität. Das radikale Konzept von BRIGITTE soll die konsequente Antwort auf zwei große Trends sein: Die Mode hat sich verändert – und die Frauen haben sich verändert.

So hat Andreas Lebert, Chefredakteur BRIGITTE, erkannt, dass “hinter dem Beruf des Models die Idee, die Frauen nicht selbst zu zeigen, sondern einen Platzhalter – ein Modell gewissermaßen.” Ach nee!.

Das empfänden viele Frauen inzwischen als überholt, zumal die Schönheitsideale, wie sie auch von der Modelbranche geprägt werden, stark umstritten sind. Einen Platzhalter brauchten Frauen nicht mehr. Sie wollten kein Rollenbild vorgesetzt bekommen, sondern selbst am Entwurf beteiligt sein.

Das klingt erstmal super. Aber die neue Strategie wird nur dann für das gesellschaftliche Frauenbild Sinn machen, wenn auch tatsächlich ganz normale Frauen abenbildet werden – eben auch solche, die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen. Wenn auch Frauen in Kleidergröße 40+ abgebildet werden. Dazu, wie diese voll im Leben stehenden Frauen aussehen sollen, aber sagt die man erstmal nichts.
Ich habe den Verdacht, dass die Optik hinterher eigentlich nicht viel anders sein wird.

Aber…

Und Chefredakteurin Brigitte Huber legt noch einen drauf: Attraktivität habe heute viele Gesichter und auch Designer seien nicht mehr die alleinigen Initiatoren von Trends: “Ob Schauspielerinnen, Musikerinnen, Präsidentengattinnen oder die Frauen auf den Straßen der Metropolen – sie alle prägen Mode- und Beauty-Styles. Street-Style hat sich etabliert. Statt fünf Trends pro Saison gibt es heute eher fünf Trends pro Minute.”

Damit spricht sie eigentlich schon aus, worum es der Brigitte wirklich geht: Warum viel Geld für professionelle Models ausgeben, wenn man auch viel billiger Frauen von der Straße casten kann? Wenn es PR-süchtige Schauspielerinnen und Musikerinnen – und solches die es werden wollen – praktisch umsonst machen?

Weniger professionell, dafür billiger!

Denn die Abkehr von professionellen Modells, die im Gegensatz zu zusammengecasteten Leuten von der Straße, durchaus wissen, wie man sich vor der Kamera zu bewegen hat, ist vor allem eine Abkehr vom professionellen Arbeiten.

Abgeschaut hat man sich dieses Konzept vom Fernsehen, wo Laien uns allabendlich in Realety Shows unterhalten dürfen. Nun hält das Realety-Konzept also auch Einzug in bis dato Deutschlands renommierteste Frauenzeitschrift.

Denn: Bis zum Jahresende muss, so steht es bei www.freischreiber.de/home/abschied-von-alten-idealen , Gruner & Jahr 200 Millionen Euro einsparen. Bis Ende September waren Chefredakteure, Verlags- und Bereichsleiter aufgefordert, konkrete Vorschläge zu liefern, was in den Redaktionen und Abteilungen verändert, gespart, ausgelagert oder zusammengelegt werden kann.

Aus Marketingsicht interessant

Und der Verzicht auf Professionelle Modells ist eben die Idee der Brigitte-Reaktion. Dazu noch eine, die durchaus im Trend liegt und schön idealistisch klingt. Aus Marketingsicht gar nicht mal so blöd.
Daher Glückwunsch!

Übrigens: Wer schon immer in die Brigitte wollte

Die Frauen für sämtliche Fotoproduktionen werden künftig unter anderem über www.BRIGITTE.de/ohne-models und vom BRIGITTE-Produktionsteam gecastet.

Simone Janson

Von: Simone Janson
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Ideenbörse & Marketing

Marketing:
Was bringen Lockangebote bei der Kundengewinnung?

Alle Jahre wieder – und auch in diesem Jahr. Um ehrlich zu sein, in diesem Jahr ganz besonders: Lockangebote. Überall stechen Sie einem verlockend ins Auge und suggerieren: Kaufe jetzt. Schließe jetzt einen Vertrag ab. Denn noch ist es günstig!

Viele Firmen versuchen derzeit mit ihren Lockangeboten Kunden zu ködern. Man kann darüber streiten, ob dies aus sicht des Verbraucherschutzes rechtlich korrekt ist. Firmen interessiert doch viel eher die Frage: Ist es auch sinnvoll? Ich meine: Nein, Lockangebote sind wenig sinnvoll. Und ich erkläre auch warum.

  • Beispiel Bank: Angebot, für ein halbes Jahr Geld fest anzulegen zu einem hohen Zinssatz. Die Bank hofft natürlich, der Kunde werde das Geld nach Ablauf dieser Frist auch weiterhin bei der Bank lassen – zu einem niedrigeren Zinssatz. Nur: Was hält die Kunden davon ab, nach Ablauf dieser Frist zur nächsten Bank weiterzuspringen?
  • Da ist ein Angebot der Deutschen Bahn schon besser: Ein Jahr Abo im Verkehrsverbund und dafür ein Jahr die Bahncard 25 gratis. Nur: Wer nicht ohnehin ein Abo abschließen wollte, wird sich durch dieses Angebot kaum verlocken lassen, denn was selbst wenn man die Bahncard bekommt, wiegt das die Kosten für ein Abo, das man nicht braucht, kaum auf.

Im Endeffekt glaube ich, dass diese Lockangebote nur neue Kunden bringen, wenn diese ohnehin den jeweiligen Vertrag abgeschlossen wollten. Im Gegenteil, ich halte solche Lockangebote langfristig gesehen für schädlich. Denn explizit darf immer nur der Kunde das Lockangebot nutzen, der vorher sein Geld nicht bei der jeweiligen Bank oder bislang kein Abo bei dem jeweiligen Verkehrsbetrieb hatte. Wer hingegen als treuer Kunde jahrelang zufrieden mit dem Dienstleister war, kommt sich hingegen veräppelt vor. Denn er lernt durch solche Lockangebote: Es ist besser, öfter mal zu wechseln als dem Dienstleister die Treue zu halten. Und dieser Kunde wird zukünftig explizit nach einer kurzen Vertragsdauer und Lockangeboten ausschau halten, statt wie bislang konservativ seinem Dienstleister die Treue zu halten. Doch: Das ist es doch eigentlich nicht, was Firmen wollen – oder? Daher sind Lockangebote einfach das falsche Signal an treue Kunden!