Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Existenzgründung » Medien & Web 2.0 » Serie über Twitter in Unternehmen:
Twitter – was ist das denn überhaupt?

Eine Plattform zu sein, auf der Selbstdarsteller ihre Profilneurosen ausleben, indem sie über Banalitäten plaudern – diesen Ruf will Twitter vor allem in Deutschland nicht recht verlieren: So polemisierte Harald Martenstein, einer der bekanntesten Kritiker, etwa in seiner ZEIT-Kolumne über die Belanglosigkeit des Twitterns.


Martenstein schrieb noch im März 2009: „Wenn ich wollte, könnte ich ununterbrochen mithilfe moderner Maschinen kommunizieren und Menschen, die ich kaum kenne, inhaltsarme Minitexte senden.“ Der Tenor seiner Kritik: Was kann man in 140 Zeichen denn schon Sinnvolles von sich geben?

Nur 140 Zeichen, aber 50 Millionen nutzer!

Etwa 50 Millionen Nutzer weltweit sind anderer Meinung – Tendenz steigend. Allein im vergangenen Jahr erzielte Twitter Zuwachsraten von 1.460 Prozent. Auch in Deutschland sind mittlerweile gut zwei Millionen Menschen vom Twitter-Virus befallen. Dabei ist die Idee dahinter simpel, aber genau darin liegt der Reiz: Mehr als 140 Zeichen je Textmeldung, die sogenannten Tweets, sind nicht erlaubt, um eine Information loszuwerden.

Ebenfalls nur 140 Zeichen stehen für die persönliche Vorstellung, die sogenannte Bio, zur Verfügung. Das zwingt dazu, sich kurz und prägnant auf den Kern einer Aussage zu beschränken – vermutlich der Hauptgrund für den Erfolg des Microblogging-Tools Twitter, neben dem Social-Media-Ansatz natürlich: Indem Menschen anderen Menschen auf Twitter folgen – also altmodisch ausgedrückt, deren Tweets abonnieren – bilden sie untereinander vernetzte Schwärme Gleichgesinnter.

Unser Kommunikationsverhalten ändert sich!

Die Bedeutung des Wortes Twitter, zu Deutsch zwitschern, unterstreicht zwar den informellen Charakter des Mediums, und in vielen Tweets geht es auch nach wie vor um private Dinge. Doch wer das Gezwitscher als Freizeit- und Modeerscheinung abtun will, der irrt: Microblogs sind gerade dabei, unser Kommunikationsverhalten entscheidend zu verändern. Und etablieren sich zunehmend als professionelles Kommunikationsmittel, das einen schnellen Austausch von Informationen und Links ermöglicht.

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

Alle 1903 Beiträge von Simone Janson ansehen
Website: http://www.simone-janson.de

3 Tweets & Pings

  1. Pingback: KompetenzPartner

  2. Pingback: Simone Janson

  3. Pingback: Cornel Müller

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*


Außerdem möglich: Kommentare als RSS abonnieren.

Kommentar schöner machen:

Laden Sie Ihr eigenes Bild bei Gravatar hoch, das statt des Standardbildes angezeigt wird. Die E-Mail-Adresse muss übereinstimmen! Fügen Sie HTML-Tags ein. Möglich sind: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>