Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Existenzgründung » Medien & Web 2.0 » Deutsche und amerikanische Social Networks im Test:
Besser ist nicht gut!

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Die Stiftung Warentest hat gestern einen Testbericht zu Sozialen Netzwerken veröffentlich. Die deutschen sind sicherer als die amerikanischen. Aber sicher ist nicht wirklich gut!

Der aktuelle Test der Stiftung Warentest hat noch gestern den Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. dazu bewogen, umgehend eine Pressemitteilung zum Thema durch die Gegend zu schicken. Dort heißt es:

Die Fachgruppe Social Media im Bundesverband (BVDW) e.V. begrüßt das hohe Datenschutzniveau deutscher Social Networks. Laut einem Test der Stiftung Warentest schneiden vor allem die nationalen Sozialen Netzwerke in den Testbereichen “Umgang mit Nutzerdaten” und “Nutzerrechte” mit einer sehr guten bis guten Bewertung ab.

Realitätscheck

Wer die Pressemitteilung so liest, möchte meinen, dass Social Networking in Deutschen Netzwerken die sicherste Sache der Welt sei. Dem ist aber nicht so, wie die Stiftung Warentest gestern in ihrem Testbericht deutlich macht:

Bei Jappy hat es.. eine Woche gedauert, den Passwortschutz zu umgehen – mit … einem Computer und einer simplen, selbstentwickelten Software. Die Tester hätten jedes beliebige Nutzerkonto übernehmen… können. Bei Stayfriends wäre es mit etwas mehr Aufwand ebenfalls möglich gewesen. Bei lokalisten und wer-kennt-wen.de hätten die Tester vor allem die Konten übernehmen können, die von den Nutzern mit einem zu einfachen Passwort versehen wurden. Auffällig ist der ungeschützte Zugang für mobile Endgeräte wie Handys…

Warum schneiden die Deutschen besser ab?

Der große Vorteil der Deutschen Netzwerke gegenüber den amerikanischen sind lediglich die verbraucherfreundlicheren Nutzungsrechte: So schränken laut Stiftung Warentest Facebook, Myspace und LinkedIn die Rechte der Nutzer stark ein, genehmigen sich selbst aber weitreichende Rechte, vor allem bei der Weitergabe der Daten an Dritte.

Hingegen bieten studiVZ und schülerVZ dem Nutzer Einflussmöglichkeiten: Man kann selbst auswählen, wie viel Daten man weitergeben will oder nicht. Ein Faktum, das meiner Ansicht nach aber vor allem dem deutschen Verbraucherrecht geschuldet ist. Datenschutz wird in den USA viel kleiner geschrieben als in Deutschland.

BVDW räumt Handlungsbedarf ein

Immerhin räumt der BVDW ein:  “Allerdings nimmt der BVDW auch die durch die Stiftung Warentest aufgezeigten Mängel im Bereich der Datensicherheit sehr ernst und wird daher zusammen mit den im Verband organisierten Netzwerken an einer Verbesserung arbeiten.”

Na, da sind wir mal gespannt!

Den Test der Stiftung Warentest finden Sie hier: www.test.de/themen/computer-telefon/test/Soziale-Netzwerke-Datenschutz-oft-mangelhaft-1854798-1855785/

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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Website: http://www.simone-janson.de

2 Kommentare

  1. Ob deutsches oder amerikanisches Netzwerk, ich mache da für mich keinen Unterschied und bei beiden kann man auch immer noch selber entscheiden wie viel man von sich zur Verfügung stellt. Wenn man grundsätzlich Probleme damit hat, dann sollte man Netzwerke komplett meiden.

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