Zum Beispiel die von Andreas Göldi, der auf imgriff.com schreibt: “Gleich von Beginn weg signalisiert Apple mit der Verfügbarkeit der vom Mac bekannten iWork-Suite, dass man das iPad durchaus als ernsthaftes Arbeitsgerät verstanden wissen will.”
Fluggäste sollen nur konsummieren
Ja was denn nun? Für die Bedürfnisse einer Fluggesellschaft wie airBaltic, die es mir als Sponsor ermöglich hat, das Gerät während des Fluges zu testen, ist die Idee vom iPad als reinem Konsumenten-Gerät geradezu ideal:
airBaltic gibt nämlich seit Herbst 2010 als erste Flugesellschaft Europas während des Fluges iPads an die Fluggäste heraus. In der Businiess-Class umsonst, in der Economy-Class mit 9 Euro Aufpreis. Kopfhörer kosten hier nochmal extra.
Leider ohne Internet
Letztere braucht man aber, sonst kann man mit den Geräten so gut wie nichts anfangen. Denn leider bietet airBaltic, anders als die Lufthansa oder diverse amerikanische Airlines, nicht auch noch gleich die passende Internetanbindung dazu.
Daher kann man auf den Leihgeräten nichtmal zwischendurch Bloggen, Twittern oder Webmails checken – was ja eigentlich im Sinne des Erfinders war. Ohnehin wäre das Internet, wenn es das Gäbe, vermutlich nicht ganz billig: Mehr als 10 Euro will die Lufthansa dafür – pro Stunde. Ein Preis, zu dem ich dann doch lieber verzichten würde!

Texte kann man nicht mitnehmen
Ohne Internet aber wird das iPad tatsächlich zum reinen Konsumentengerät: Ich kann vorinstallierte Filme anschauen oder Musik hören. Zwar wäre es theoretisch möglich, unterwegs auch Notizen zu machen oder E-Mails zu schreiben.
Da das iPad allerdings weder USB noch SD-Card-Anschluss hat, gibt es ohne Internet hinterher keine Möglichkeiten, die geschriebenen Texte auch herunterzubekommen. Auch nicht nach der Landung, denn eine Internetverbindung hat die Fluggesellschaft schlicht nicht vorgesehen.
Filehandling eine mittlere Katastrophe
Doch auch mit Internet wäre das beim iPad eher schwierig. So schreibt Andreas Göldi auf imgriff.com:
“Überhaupt ist das Filehandling eine mittlere Katastrophe. Gern würde man das iPad als mobile Editierstation für unterwegs einesetzen. Nur wird einem das dadurch vermiest, dass man Dateien mühsam manuell über iTunes vom Mac oder PC auf das Tablet-Gerät spielen und wieder runterziehen muss. Schneller geht es, wenn man sich die Dateien selbst mailt, aber gerade elegant ist das auch nicht.”
Des Kunden Leid, des Anbieters Freud
Von Kundenseite aus liegt hier der große Nachteil des iPads im Gegensatz zu diversen Android-Tablets. Aus Sicht der Fluggesellschaft ist das allerdings vermutlich der große Vorteil: Denn jeder irgendwie gearteten Datenaustausch stellt ein gewisses Sicherheitsrisiko für das Gerät dar.
Auf Anfrage erklärt airBaltic: “At the moment we present iPad as entertainment tool where passenger can enjoy good music, watch latest movies, cartoons and play video games, this content is protected and it is not possible to upload or download information from the third party. ”
Zeitung offline lesen als Geschäftsmodell für Verlage?
Immerhin soll es in Zukunft möglich sein, auf dem iPad Zeitungen zu lesen. airBaltic steht dazu bereits in Verhandlungen mit diversen Verlagen – genaueres sagen will man aber nicht: “We have discussed different possibilities with publishing houses and we are planning to come up with new offers to our clients.”
Videos, Musik und zukünftig auch Zeitungen werden vor Flugbeginn manuell heruntergeladen. Das stelle ich mir gerade bei stündlich aktuellen Zeitungen ziemlich kompliziert vor. Da offenbart sich ein umfassendes Problem von iPad und co: Wie macht man Inhalte, die sonst nur online Verfügbar sind, auch offline verfügbar – z.B. fürs Lesen unterwegs.
Das ist doch mal eine Marktlücke und eine Geschäftsidee! Oder warten wir doch lieber, bis wir wirklich überall online sein können?
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