Auch Ärzte nutzen für ihren Job zunehmend die Möglichkeiten von Web 2.0, Social Networking – und leider auch von Wikipedia. Das zeigt die “Taking the Pulse(R) Europe v8.0″-Studie des Phramaunternehmens Manhattan Research.
Die Studie liefert ausführliche Marktdaten und -analysen darüber, wie Mediziner in Westeuropa das Internet und die Technik in ihre Behandlungsmethoden miteinbeziehen. “Taking the Pulse(R)” beschäftigt sich ausserdem mit den bedeutendsten Tendenzen der Interaktionen zwischen Pharmaunternehmen und Handelsvertretern und eDetailing (elektronisches Marketing in der Pharmaindustrie). Laut der Studie vertrauen europäische Ärzte mehr denn je auf die Technik – über 80 % der Ärzte mit Internetzugang gaben an, dass das Internet für ihre Behandlungen grundlegend sei.
Im Bereich des Web 2.0 ist das Potenzial für auf Mediziner beschränkte soziale Netzwerke sehr hoch: Fast zwei Drittel der Mediziner, die das Internet nutzen, sind daran interessiert, einer derartigen Kommunikationsgemeinschaft beizutreten.
Die meistbesuchten Ärzteseiten im Jahr 2008:
- Vereinigtes Königreich: British Medical Journal (www.BMJ.com)
- Deutschland: DocCheck (www.doccheck.com)
- Frankreich: Univadis (www.univadis.fr)
- Spanien: Diario Medico (www.diariomedico.com)
- Italien Ministero della Salute (www.ministerosalute.it).
So positiv die Entwicklung sein mag, die den medizinischen Austausch fördert: Bedenklicherweise nutzen ungefähr zwei Drittel der Ärzte mit Internet ausserdem einmal im Monat oder öfter Wikipedia als medizinische Quelle – und sie empfehlen diese Internetenzyklopädie sogar ihren Patienten. Selbst für den Journalismus ist Wikipedia alles andere als eine geeignete Quelle – wie könnte es da für so ein difficiles Fachgebiet wie die Medizin wirklich verlässlich sein?
Die “Taking the Pulse(R) Europe v.8.0″-Studie wurde im vierten Quartal des Jahres 2008 mit 1.000 europäischen praktizierenden Ärzten aus dem Vereinigten Königreich, Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich durchgeführt. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.manhattanresearch.com/products/physician/EUphysicians.aspx .
23. Januar 2009 um 17:30 Uhr
Ich denke mittlerweile gehören Google und Wikipedia in vielen Berufen zum täglichen Handwerk, was jedoch einerseits eine große Erleichterung bedeutet, ist andererseits auch eine große Gefahr, kaum vorstellbar wie manche Jobs heute noch ohne diese Angebote auskommen würden.
24. Januar 2009 um 12:36 Uhr
Es kommt halt immer auf das “Wie” an: Natürlich nutzen viele Wikipedia, ich auch, zum Beispiel zur Anregung. Dann recherchiere ich die Informationen aus Wikipedia aber auch nochmal gegen. Wenn ich mir aber jetzt vorstelle, dass mein Doc bei einer schwierigen Diagnose in Wikipedia guckt, ohne z.B. auch noch medizinische Fachbücher oder Datenbanken zu konsultieren…