Der amerikanische Blogger Robert Scoble schreibt in seinem Blog „Scobelizer“, dass er wünschte, es gäbe auf Facebook gar keine Privatsphäre, da er ohnehin alle Informationen, die er dort einstellte, so transparent wie möglich verfügbar machte:
Was macht Ihr nur auf Facebook?
“I took a very transparent attitude for the past decade toward my life. I have always set my Facebook to the most public setting possible. Whoa?!? Here’s the deal: I wish Facebook had NO PRIVACY AT ALL!”
Scobles Begründung für den Wunsch nach maximaler Transparenz auf Facebook, ist die Frage danach, welcher Natur die Inhalte seien, die als privat erachtet würden. Scoble wundert sich, was die Menschen täten, was derartig privat sei und stellt zudem die Fragen, ob die Leute Sex auf Facebook hätten, illegale Drogen nähmen oder ihre Frauen betrügen würden. Weiterhin führt er aus, dass in diesen genannten Fällen das Leben dieser Menschen extrem interessant wäre.
„Just what are you doing that needs to be so damned private? Are you having sex inside Facebook? Doing illegal drugs? Cheating on your wife? Damn, your Facebook life must be SO interesting!”
Maximale Transparenz ist maximale Bekanntheit
Scoble bringt mit dieser überspitzten Darstellung den Gedanken zum Ausdruck, dass es kaum etwas derart Interessantes oder Verbotenes gäbe, dass es tatsächlich (negative) Auswirkungen für jemanden haben könne.
In dieser Argumentation muss man dennoch zwischen „normalen“ Nutzern von Facebook und Menschen, die ohnehin professionell im Internet tätig sind, unterscheiden. Für Scoble bedeutet maximale Transparenz auch maximale Bekanntheit, welche ihm in seiner Tätigkeit als Blogger ein größeres Publikum zusichert.
Haben wir die Wahl?
Zum anderen geht es in der Debatte um die Privatsphäre auf Facebook vor allem um die Frage, inwiefern ein Nutzer die Wahl hat, Informationen der Öffentlichkeit preiszugeben oder nicht. Es geht also um die von Zuckerberg erwähnte Kontrolle, die der Nutzer über seine Informationen hat.
Anders als Scoble, der der Auffassung ist, dass Menschen, die Privatsphäre fordern etwas zu verheimlichen hätten, hebt Danah Boyd hervor, dass es um den Wunsch geht, die Kontrolle über private Daten im Internet zu behalten.
„Wanting privacy is not about needing something to hide. It’s about wanting to maintain control.”
Pingback: Simone Janson
Pingback: Liane Wolffgang
Pingback: Holger Froese
Pingback: handwerkernet