Start-ups, die selbst intensiv Forschung und Entwicklung (FuE) betreiben, sind dabei besonders erfolgreich und können ihren technologischen Vorsprung auch international ausspielen. Doch eine strategische Vorbereitung ist Pflicht:
Bei 59 Prozent der Start-ups, die in das internationale Geschäft einsteigen wollen, verpuffen die Exportbemühungen. Dies liegt häufig daran, dass die Internationalisierung nur halbherzig oder schlecht geplant angegangen wird. Der wichtigste Markt für junge High-Tech-Unternehmen aus Deutschland ist dabei Europa. In Asien erzielen deutsche Start-ups heute bereits ähnlich hohe Umsätze wie in Nordamerika.
Wer global denkt, ist erfolgreicher!
Die Studie zeigt, dass junge High-Tech-Unternehmen, die international agieren, erfolgreicher sind als High-Tech-Start-ups, die den Schritt auf internationale Märkte nicht oder noch nicht gewagt haben. So generieren exportierende High-Tech-Unternehmen höhere Umsätze und wachsen schneller.
Im ersten Geschäftsjahr liegt der Umsatz von exportierenden High-Tech-Unternehmen um etwa drei Viertel höher als der Umsatz von nicht-exportierenden Unternehmen. Auch die Wachstumsrate der Umsätze liegt mit durchschnittlich 66 Prozent pro Jahr 14 Prozentpunkte über der Wachstumsrate von nicht-exportierenden Unternehmen.
Start-ups mit innovativen Technologien international erfolgreicher
High-Tech-Unternehmen mit intensiven FuE-Aufwendungen sind besser für den Weltmarkt aufgestellt. Denn technologische Vorsprünge verschaffen den Start-ups Wettbewerbsvorteile, weshalb es ihnen schneller gelingt, sich mit Produkten und Dienstleistungen international durchzusetzen.
Der Anteil der exportierenden Unternehmen liegt bei Start-ups mit kontinuierlichen FuE-Aufwendungen bei 53 Prozent, und damit deutlich über dem Durchschnitt aller High-Tech Start-ups (31 Prozent). «Innovative High-Tech-Unternehmen nutzen mit ihren Produkten ‘Made in Germany’ ihre Möglichkeiten auf dem Weltmarkt und schaffen und sichern damit Arbeitsplätze zu Hause.
Strategische Vorbereitung ist entscheidend
Damit der Schritt auf den internationalen Markt erfolgreich verläuft, ist eine gute Vorbereitung entscheidend: «Wichtig ist, dass die Internationalisierung strategisch angegangen wird. Das Management muss seinen Fokus auf die Exporttätigkeit richten, das richtige Know-How ins Unternehmen holen und die entsprechenden Ressourcen einplanen.
Halbherzige Versuche, internationale Märkte zu erobern, werden scheitern», kommentierte Dr. Georg Licht, Leiter des Forschungsbereichs Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung des ZEW, die Forschungsergebnisse.
Mehrgleisig fahren!
Dies belegt die Studie deutlich: Über die Hälfte der Unternehmen (59 Prozent), die exportorientierte Maßnahmen ergreifen, können keine Umsätze im Ausland generieren. Erfolgreich sind Start-ups vor allem dann, wenn sie parallel auf mehrere Maßnahmen zur Eroberung neuer Märkte setzen.
Neben den Besuchen internationaler Messen heißt das zum Beispiel eigene Mitarbeiter im Ausland einzusetzen, die Produkte an ausländische Märkte anzupassen und spezielle Marketingmaßnahmen in den Zielregionen durchzuführen. Zu zaghafte Anstrengungen in diesen Bereichen lassen die Internationalisierung schnell scheitern. Die Kosten der Exporttätigkeit für junge High-Tech-Unternehmen stellen hingegen, laut Einschätzung der befragten Start-ups, kein Hemmnis für die Internationalisierung dar.
Zielregion Nummer Eins: Europa
Europa ist bei der Exporttätigkeit der wichtigste Markt für junge High-Tech-Unternehmen. Die deutschen High-Tech-Gründungen vertreiben ihre Produkte und Dienstleistungen überwiegend per Direktexport innerhalb der Europäischen Union oder in andere europäische Länder und erzielen hier rund 76 Prozent aller Exportumsätze.
Beinahe gleichauf mit Nordamerika (7,5 Prozent) liegt Asien mit einem Anteil an den Exportumsätzen von 6,8 Prozent. Hier scheinen bereits viele Unternehmen, die Chancen des aufstrebenden asiatischen Marktes zu nutzen, so die Einschätzung der ZEW-Forscher.
24. Juni 2011 um 19:02 Uhr
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