Berufebilder by Simone Janson

Journalist, Bestseller-Autor, Experte für neues Arbeiten am Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Gründer von Berufebilder.de.


Bildung & Lernen » Master, Aufbaustudium, Zweitstudium » Leserfrage:
aufbaustudiengang master in england

Liebe Frau Janson,

erst einmal vielen, vielen Dank für Ihren wirklich tollen Blog bzw. auch für Ihr Buch. Die geben einen Mut für die Zukunft jenseits diverser FAZ-Artikel à la Geisteswissenschaftler haben es schwer.

Nun zu meiner Person Ich bin 29 (geworden) und habe vor etwas mehr als einem Jahr mein Studium der Geschichte und Politikwissenschaft als M.A. beendet. Danach habe ich zu meinem Leidwesen ohne längeres Nachdenken für eine Doktorarbeit entschieden und daran etwa bis Februar eher unbefriedigend gearbeitet und mich aus verschiedenen Gründen (u.a. schlechtere Stellung auf dem Arbeitsmarkt nach 5,9 Jahren (so eine Verdi-Studie) von dem Gedanken verabschiedet. Als Nebenerwerb habe ich als freelancer im Bereich Promotion und als Interviewer gejobt. Dabei habe ich entdeckt, daß ich gut mit Leuten reden, z.T. manipulieren und verkaufen kann. Und würde dieses “Talent” evtl. auch für einen späteren Beruf nutzen wollen.

Ich könnte mich jetzt auf Stellensuche begeben – mit dem eingeschränkten Qualifikationsprofil der Geisteswissenschaftler – zumindest im Auge der hiesigen Wirtschaftskultur. Oder ich mache ein Aufbaustudiengang, was auch meine Chancen auf dem nationalen Markt erhöhen könnte.

Da mich sehr Vieles – entschuldigen Sie jetzt bitte meine Einstellung, ich möchte keinem auf die Füße treten – in Deutschland abstößt, kann ich mir auch vorstellen ein Aufbaustudiengang im Ausland zu machen und wenn es mir dort gefällt auch zu bleiben. Außerdem reizt mich noch das Abenteuer.

Ich habe etwa an Flandern, England, Wales oder die Niederlande gedacht. Als Studiengänge kommen für mich bisher generalistische Richtung wie Mangement, Marketing gern auch Public Mangement in Frage. Gerade in England habe ich auf Seiten der Universitäten eine Vielzahl von postgraduierten (taught) MScs gibt, die sich im Gegensatz zu auch existierenden konsekutiven Mastern speziell an Postgraduierte aller Disziplinen richten. Gut es sind keine MBAs, dafür meist auch für ein Jahr gedacht, keine Berufserfahrung wird benötigt und v.a. sind sie nicht so teuer wie MBAs.

Allerdings weiß ich nicht was von diesen Studiengängen zu halten ist. Was würden sie mir für den Arbeitsmarkt in Deutschland bringen (auch ohne besondere Akkreditierung, immerhin sind sie logischerweise in Englisch)? Außer beschreibende Artikel etwas auf ba-auslandsvermittlung.de habe ich keine Erfahrungsberichte von Geisteswissenschaftlern finden können.

Also auf dem Punkt gebracht sehne ich mich nach einem neuen Abenteuer, daß mir relativ schnell viele Türen öffnet und mich schnell in den “Job” bringt. Und ich sehne mich nach einem zweiten Titel, wenn ich schon kein Doktor mehr mache (bitte verzeihen Sie mir diese EitelkeitCool).

Können Sie mir irgend eine Empfehlung oder einen Hinweis geben?

Ich freue mich auf Ihre Antwort und bedanke mich dafür par avance. Außerdem wünsche Ich Ihnen schöne Ostern.

Jean-Paul

PS ich hoffe alle Sätze sind konsistent, durch einen Darstellungsfehler (wahrscheinlich meines Browsers, kann ich den rechten Rand dieses frames nicht einsehen)

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1 Kommentare

  1. Simone Janson

    Hallo Jean-Paul,

    tut mir leid, dass ich Ihnen erst jetzt antworte – ich hatte einfach unglaublich viel zu tun. Und der Darstellungsfehler liegt an meiner Website, die leider nicht in allem so Perfekt ist. Aber ich freue jedenfalls sehr, dass Ihnen Blog und Buch gefallen.

    Zu Ihren Fragen: Glückwunsch zu der Idee ins Ausland zu gehen. Ich höre immer nur von diversen Bekannten, dass es dort einfacher sein soll, weil angeblich mehr auf die Fähirgkeiten geschaut und weniger eng am Studienfach geklebt wird. Ihren diesbezüglichen Frust kann ich verstehen, den teile ich auch.

    Ich hatte eine Bekannte, die in London drei Jahre als Aktienbrokerin gearbeitet hat. Ihre einzigen Qualifikationen: Sie konnte drei Sprach fließend – alles andere war Training on the Job.

    Ich finde es schön, dass Sie weiterqualifizieren wollen. Meiner Einschätzung nach kommt es aber letzendlich immer mehr auf gute Kontakte und einschlägige praktische Erfahrungen an, das gebe ich zu bedenken. Ob das Aufbaustudium wirklich etwas bringt, hängt dann letztendlich von der Arbeitsmarktlage und dem Personaler, der sie einstellt ab. Wie wir letzte Woche hier im Blog erleben durften, können mitunter auch todsichere Prognosen in die Hose gehen. Letztlich hängt es auch von Ihnen und Ihrem Engagement ab.

    Zum Thema MBA/Promotion möchte ich noch auf das Beispiel von Herrn Dr. Krone verweisen, der beides gemacht hat: www.beruf-suchen.de/aut…..iver-krone

    Vielleicht hilft das ja bei der Entscheidungsfindung.

    Die Entscheidung, was denn nun besser ist, kann Ihnen allerdings keiner abnehmen. Evtl. hilft eine fundierte Karriereberatung. Ich persönlich fand, Ihr vorhaben hört sich durchaus vernünftig an.

    Viele Grüße und viel Erfolg

    Simone Janson

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