Doch auch wenn die Lage schwierig ist, aussichtslos ist sie auf keinen Fall: Schon 2004 plädierte die Hamburger Professorin Dr. Martha Meyer-Althoff in einem Interview auf Spiegel Online dafür, endlich mit dem kollektiven Jammern über die schlechten Jobaussichten aufzuhören und konstruktive Lösungsansätze aufzuzeigen.
Pessimismus der Professoren
Damit meinte sie übrigens explizit ihre Kollegen an den Hochschulen, die ihr Orchideenstudenten auch gerne mal mit den Worten begrüßen: “Was wollen Sie denn hier – Sie werden doch eh alle arbeitslos!” Doch solche Minderwertigkeitskomplexen bringen nicht weiter, im Gegenteil: Meyer-Althof Empfehlung an die Absolventen lautete auch, sich klar zu machen, welche berufsrelevanten Fähigkeiten man in seinem Studium erwirbt – diese dann bei der Jobsuche selbstbewusst zu verkaufen.
Dass das eine ganze Menge ist, weiß auch Dr. Monika Wulf-Mathies, die als Historikerin im Kanzleramt, bei der ÖTV und der DHL Karriere machte: “Grundsätzlich vermittelt jedes Studium Schlüssel- und Basiskompetenzen, die einem ermöglichen, Sachverhalte zu strukturieren, sich neue Themen systematisch zu erarbeiten und sein Wissen auf unterschiedlichen Gebieten anzuwenden. Geisteswissenschaftler entwickeln darüber hinaus wichtige Kompetenzen, von der Sprache über die Kultur, die Gesellschaft und das Leben im Allgemeinen bis hin zu einer guten Schreibe und einer Sensibilität für SoftSkills, die für viele Tätigkeiten nützlich sind.”
Viele können mehr, als sie glauben
Tatsache ist: Viele Exoten können mehr, als sie glauben – das zeigen die vielen Beispiele von erfolgreichen Absolventen, die man in der Datenbank beruf-suchen.de nach Fächern sortiert findet: Etwa Juliane Meyer, die es mit dem Studium von Komparatistik und Buchwissenschaften in das Lektorat eines Wirtschaftsverlages geschafft hatte. Oder Stefan Zeilinger, der der als Technik- und Wissenschaftshistoriker nicht im technischen Museum, sondern als Patentreferent in einer Anwaltskanzlei landete.

Pingback: Marcus Knecht
Pingback: Alma Mater